VG-68-Öl in einem Kreislauf, der für VG-46 ausgelegt ist, führt nicht zu einem sofortigen Dichtungsversagen – vielmehr verursacht es ein langsames thermisches Versagen, das bei der Inspektion nach 200 Betriebsstunden wie eine frühe Dichtungsmüdigkeit erscheint. Der Mechanismus: Öl mit höherer Viskosität erzeugt bei Betriebstemperatur einen dickeren Film an der Bohrungsfläche. Dieser dickere Film erzeugt bei jedem Schlagstoß eine höhere Scherspannung auf der Dichtlippe und überträgt dadurch mehr Energie als Wärme in die Dichtlippen-Compound-Masse. Die Temperatur der Dichtlippe liegt um 6–9 °C höher als bei korrektem Viskositätsöl, was die Oxidation des Polyurethan-(PU-)Compounds und die Akkumulation der Druckverformung innerhalb des Austauschintervalls um 18–24 % beschleunigt.
Das umgekehrte Problem — VG 32 in einem VG-46-Kreislauf — führt zu einem anderen Versagensmodus: unzureichende Schmierfilmdicke bei Betriebstemperatur, wodurch während der hochbelasteten Stoßspitzen metallisch-metallischer Mikrokontakt zwischen der Dichtlippe und der Bohrungsfläche entsteht. Diese Mikrokontakte erzeugen abrasiven Verschleiß an der Lippenoberfläche, der sich bei der Inspektion nach 200 Stunden als polierter, leicht eingetiefter Ring entlang des Lippenumfangs zeigt. Die Lippe ist noch nicht ausgefallen; sie weist jedoch einen beschleunigten Verschleiß auf, der die Durchtrittsschwelle nach 260–300 Stunden statt nach den erwarteten 420–460 Stunden erreichen wird. Keines dieser Versagen kündigt sich lautstark an – beide erfordern einen Vergleich der Partikelzahltrends in Ölproben, um sie frühzeitig zu erkennen.
Einfluss der Ölviskosität auf die Dichtleistung
|
Ölviskosität |
Schmierfilmdicke bei 72 °C |
Auswirkung auf die Dichtlippe |
Einfluss auf die Nutzungsdauer |
|
VG 32 (zu dünn für Standard-Drifter-Kreislauf) |
Unterschreitung der vorgeschriebenen Schmierfilmdicke bei Betriebstemperatur |
Mikrokontaktpitzen bei extremen Stoßlasten – Polieren der Lippenoberfläche |
260–310 Stunden – 30–35 % kürzer als die VG-46-Basislinie |
|
VG 46 (korrekt für Standard-Drifter) |
Spezifikations-Filmdicke bei 70–78 °C |
Vollständiger hydrodynamischer Film trennt die Lippe vom Bohrungsdurchmesser |
Basislinie: 400–460 Stunden in sauberem Kreislauf |
|
VG 68 (zu dick – verbreiteter Fehler bei kaltem Klima) |
Überspezifizierte Filmdicke bei Betriebstemperatur – hohe Scherspannung |
Lippentemperatur um 6–9 °C höher – beschleunigte Polyurethan-Oxidation |
320–360 Stunden – 15–20 % kürzer aufgrund thermischer Degradation |
|
VG 100 (Öl für Baumaschinen, falscher Typ) |
Deutlich über der Spezifikation — übermäßige Scherwärmeentwicklung |
Lippe läuft 15–20 °C über der normalen Betriebstemperatur |
180–240 Stunden — schwere thermische Degradation; die Verbindung kann Oberflächenrissbildung aufweisen |
|
PAO VG 46 (korrekt für kalte Klimazonen unter −15 °C) |
Korrekter Filmdicke über einen breiteren Temperaturbereich (−30 °C bis +90 °C) |
Optimaler hydrodynamischer Film bleibt auch beim Kaltstart erhalten |
420–480 Stunden — leicht länger als Mineralöl VG 46 aufgrund des besseren Kaltstart-Schutzes |
Der VG-68-Fehler bei Kaltklima-Anwendungen ist der häufigste Viskositätsfehler: Wartungsteams wechseln im Winter zu VG 68, um die Pumpe beim Kaltstart zu schützen, und vergessen dann, bei steigender Umgebungstemperatur wieder zurückzuschalten. Die Pumpe überlebt; die Schlagdichtungslippen laufen jedoch monatelang mit erhöhter Lippentemperatur. HOVOO stellt Leitfäden zur Viskositätsauswahl für RD-Serie und HLX5T-Bohrgeräte nach Betriebstemperaturbereich bereit. Vollständige Modellreferenzen unter hovooseal.com.
EN
AR
CS
DA
NL
FI
FR
DE
EL
IT
JA
KO
NO
PL
PT
RO
RU
ES
SV
TL
IW
ID
LV
SR
SK
VI
HU
MT
TH
TR
FA
MS
GA
CY
IS
KA
UR
LA
TA
MY