Die meisten Baustellenleiter konzentrieren sich bei der Bewertung hydraulischer Bohrhammer auf die Schlagfrequenz. Diese Zahl lässt sich leicht aus einer technischen Datenblatt entnehmen. Entscheidend dafür, ob Sie Ihr Ziel von Metern pro Schicht erreichen, ist jedoch die Schlagenergie – und diese beiden Werte stehen in einem Verhältnis zueinander, das Einkaufsteams oft überrascht.
Ein kurzer Kolben erzeugt eine höhere Schlagenergie pro Schlag, während ein längerer Kolben mit höherer Frequenz arbeitet. Bei schweren Bergbauanwendungen – Granitwände mit einer Druckfestigkeit über 200 MPa, Tunnelquerschnitte, bei denen ein Fehlzündung die Hälfte einer Schicht kostet – kann eine falsche Abwägung dieser Parameter teuer zu stehen kommen. In diesem Artikel wird erläutert, worauf es tatsächlich ankommt, wenn Sie einen schweren hydraulischen Bohrhammer für den Bergbau oder Tunnelbau spezifizieren.

Schlagenergie – nicht Frequenz – bestimmt die Eindringgeschwindigkeit in hartem Gestein
Untersuchungen an Schlagbohrgeräten bestätigen, dass Vorschubdruck und Schlagdruck die Hauptfaktoren sind, die die Bohrgeschwindigkeit beeinflussen – und entscheidend ist dabei, dass ein höherer Schlagdruck nicht immer besser ist. Wird der Schlagdruck über den optimalen Schwellenwert hinaus gesteigert, sinkt das Verhältnis von Bohrleistung zu Energieverbrauch: Für dieselbe Bohrtiefe wird mehr hydraulischer Durchsatz benötigt.
Ein 20-kW-hydraulischer Bohrhammer kann bei Einsatz in Gestein mit einer Druckfestigkeit von 80–120 MPa unter gut abgestimmten Bedingungen eine Bohrgeschwindigkeit von 2 m/min erreichen. Wird dasselbe Gerät jedoch ohne Anpassung der Vorschubkraft und Drehzahl in Granit mit einer Druckfestigkeit von 250 MPa eingesetzt, sinkt dieser Wert rasch ab. Der Bohrstock beginnt sich zu verbiegen, der Bohrkopf prallt ab, und die Energie, die zum Zerkleinern des Gesteins genutzt werden sollte, geht als Wärme und Vibration im Stahl verloren.
Schwerlastmodelle der Leistungsklasse 18–25 kW sind speziell für Hartgestein konzipiert: größere Kolbenhubvolumina, höhere Betriebsdrücke (typischerweise 160–220 bar) sowie eine Stabilisatorgeometrie, die einen gleichmäßigen und konsistenten Kontakt zwischen Schaft und Kolben bei jedem Schlag gewährleistet.
Leistungsvergleich: Leichte, mittelschwere und schwere Bohrhammer für Gestein
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Parameter |
Leichte Arbeit |
Mittlere Beanspruchung |
Schwerlast |
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Schlagleistung |
8–12 kW |
12–18 kW |
18–30+ kW |
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Schlagenergie |
50–150 J |
150–300 J |
300–700 J |
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SCHLAGFREQUENZ |
2.200–3.000 Schläge pro Minute |
1.800–2.400 Schläge pro Minute |
1.500–2.100 Schläge pro Minute |
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Bohrdurchmesser |
38–64 mm |
64–102 mm |
89–178 mm |
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Hydraulischer Durchfluss |
40–80 L/min |
80–150 L/min |
150–300+ L/min |
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Typischer Gebrauch |
Verschraubung, Anker |
Langsames Bohren, Bankbohren |
Produktionsbergbau, Tunnelvortrieb |
Hinweis: Hochleistungsbohrgeräte arbeiten mit einer niedrigeren Schlagfrequenz als leichtere Geräte. Das ist keine Einschränkung – es handelt sich vielmehr um einen konstruktiven Kompromiss, der die Energie pro Einzelschlag erhöht und die Übertragung der Spannungswelle in harte Gesteinsformationen verbessert.
Weniger bewegliche Teile, längere Schlagbetriebsstunden
Die Ausfallzeit zwischen geplanten Wartungsintervallen ist das entscheidende Kennzeichen, das Geräte, die bei einer Vorführung gut aussehen, von solchen trennt, die tatsächlich im Bergwerk zuverlässig funktionieren. Schlagmodule, die auf nur zwei beweglichen Teilen beruhen – Kolben und Verteilerhülse –, die vom Bohrgehäuse getrennt sind, reduzieren die Anzahl der Verschleißstellen, an denen unerwartete Ausfälle auftreten können. Diese Bauweise ist nicht neu, doch Bergwerke, die darauf umgestiegen sind, berichten von signifikanten Rückgängen bei ungeplanten Stillständen.
Betreibende, die eine Betriebsdauer von 500 Schlagstunden zwischen größeren Wartungsarbeiten anstreben, müssen mehr als nur Ölwechsel verfolgen. Ungewöhnliche Gesteinsformationen und gespaltener Untergrund zwingen den Bohrhammer, bei nicht-nominalen Druckeinstellungen stärker zu arbeiten, was den Verschleiß an Führungsbuchsen und Lagern beschleunigt. Die Anpassung der Drehzahl und des Drehmoments an die tatsächlichen Verhältnisse an der Bohrlochsohle – und nicht an einen festen Parametersatz – ist auf gut geführten Baustellen Standardpraxis.
Dichtheit der Dichtungen bei 200 bar: Wo Leckagen die Produktivität mindern
Ein einziger Ausfall einer hydraulischen Dichtung in der Schlagkammer verursacht nicht nur ein Leck. Er verändert auch den Druckgradienten, der die Kolbenbewegung antreibt, wodurch die Schlagenergie sinkt und jeder gebohrte Meter langsamer und weniger vorhersehbar wird. Bei einem Betriebsdruck von 160–220 bar sind Dichtungssätze, die für Dauertemperaturen über 90 °C sowie dynamische Wechsellasten zugelassen sind, keine Option – sie gewährleisten vielmehr eine konstante Schlagenergie über eine 12-Stunden-Schicht hinweg.
PU-Verbunddichtungen bewältigen zyklische Belastungen unter Standard-Bergbaubedingungen gut. HNBR weist eine bessere Leistung auf, wo häufig Temperaturspitzen der Flüssigkeit auftreten. Die richtige Spezifikation hängt vom Bohrgerätemodell, dem verwendeten Hydrauliköl und der Umgebungstemperatur am Arbeitsfeld ab. HOVOO liefert Dichtungssätze für Bohrgeräte, die den originalen Herstellermaßen (OEM) entsprechen und unter zyklischer hydraulischer Last getestet wurden – modellspezifische Referenzen sind unter hovooseal.com aufgelistet. Eine falsche Dichtung in einer Hochleistungseinheit verwandelt ein Ölwechselproblem in ein Schlagproblem.
Abstimmung des Bohrgeräts auf das Arbeitsfeld: Tunnelbau vs. Tagebau
Tunnelarbeiten und Tagebauschrägbetrieb belasten dieselbe Bohrmaschinenklasse unterschiedlich stark. In einem Tunnel arbeitet die Maschine in einer eng begrenzten Vortriebsfront – oft unter 5 m × 5 m – wo sich Wärme staut, Abgase ansammeln und Bohrstangen bis zu 6 Meter Länge die Bohrlochausrichtung innerhalb von Bruchteilen eines Grades halten müssen. Eine Abweichung von 2 % über 4 Meter führt zu Überbruch, der sich unmittelbar auf die Spritzbetonkosten auswirkt. Eine kompakte Bohrmaschinenkonstruktion sowie eine integrierte Spülung (mit Wasser oder Luft, je nach Verfügbarkeit von Wasser am Standort) sind daher nicht mehr nur wünschenswert, sondern zwingend erforderlich.
Oberflächen-Longhole-Anwendungen tolerieren zwar eine größere Grundfläche, erfordern jedoch größere Bohrtiefen – gelegentlich sogar über 36 Meter in einem einzigen Durchgang. In dieser Tiefe spielt die Geometrie der Bohrstangen eine entscheidende Rolle: T51- und GT60-Stangen übertragen Energie mit geringeren Verlusten als leichtere Gewindeprofile, und der Stabilisator macht den Unterschied zwischen einem geraden Bohrloch und einer Abweichung aus, die die nächste Sprengung erschwert.
Auswahl anhand des Trägergewichts (20–35-t-Klasse für die meisten Hochleistungsgeräte), des verfügbaren hydraulischen Durchflusses und des Drucks am Träger, des Ziel-Bohrlochdurchmessers sowie der Gesteinshärte. Ein Bohrgerät mit zu geringer Leistung für das Gestein verschleißt die Verbrauchsmaterialien unnötig. Ein Gerät mit zu hoher Leistung für den Träger erreicht ohnehin niemals seine angegebene Schlagenergie.
Inhaltsverzeichnis
- Schlagenergie – nicht Frequenz – bestimmt die Eindringgeschwindigkeit in hartem Gestein
- Leistungsvergleich: Leichte, mittelschwere und schwere Bohrhammer für Gestein
- Weniger bewegliche Teile, längere Schlagbetriebsstunden
- Dichtheit der Dichtungen bei 200 bar: Wo Leckagen die Produktivität mindern
- Abstimmung des Bohrgeräts auf das Arbeitsfeld: Tunnelbau vs. Tagebau
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