Die terminologische Verwechslung zwischen ' hydrostatische Pumpe ' und 'Pumpe mit variabler Fördermenge' führt zu mehr Beschaffungsfehlern als nahezu jede andere Frage zur hydraulischen Spezifikation. Eine hydrostatische Pumpe wird durch ihre Übertragungsfunktion definiert: Sie wandelt mechanische Energie in hydraulische Leistung innerhalb eines geschlossenen Kreislaufs um, wobei Pumpe und Motor gemeinsam ein stufenlos verstellbares Getriebe bilden. 'Variable Fördermenge' beschreibt hingegen ein Konstruktionsmerkmal – die Fähigkeit der Pumpe, ihr Hubvolumen pro Umdrehung zu verändern. Diese Begriffe sind keine Synonyme: Ein hydrostatisches Getriebe verwendet stets Pumpen mit variabler Fördermenge, doch eine Pumpe mit variabler Fördermenge ist nicht immer Teil eines hydrostatischen Kreislaufs. Eine falsche Einschätzung des Anwendungskontexts vor der Bestellung bedeutet, dass die gesamte Spezifikation falsch ist.

Die Auswahlentscheidung hängt davon ab, ob die Anwendung eine Drehzahlregelung eines Motors (Logik der hydrostatischen Getriebe) oder eine Druck-/Durchflussanpassung an einen arbeitenden Aktuator (Logik der lastgeregelten Verstellpumpe) erfordert. Radantriebe, Trommelantriebe und Förderbandantriebe an mobilen Maschinen sind Anwendungen hydrostatischer Getriebe – dabei steuert die Pumpe die Motordrehzahl über das Verdrängungsverhältnis. Zylinder für Kranausleger, Schaltkreise für Baggerarmen und Antriebe für landwirtschaftliche Mähdrescherköpfe sind Anwendungen lastgeregelter Verstellpumpen – hier passt die Pumpe ihre Leistungsabgabe ständig an die jeweilige Lastanforderung des Aktuators an. Der Einsatz einer hydrostatischen Schleife an Stelle einer lastgeregelten Schaltung erhöht Kosten, Komplexität und Anforderungen an die Wärmeabfuhr, ohne einen funktionalen Nutzen zu bieten.
Hydrostatisches Getriebe vs. Verstellpumpe: Anwendungsleitfaden für die Auswahl
Anwendungstyp |
Richtige Pumpenarchitektur |
Geschwindigkeitsbereich |
Typische Druckklasse |
Rad- oder Kettenantrieb – stufenlose Drehzahlregelung |
Geschlossener hydrostatischer Kreislauf – Pumpe + Motor-Paar |
0–100 % der Motordrehzahl über das Verdrängungsverhältnis |
350–480 bar – Hochdruckklasse für Drehmomentdichte |
Winde oder Trommelantrieb – variabler Drehzahlbereich, hohes Drehmoment |
Geschlossener hydrostatischer Kreislauf – abgestimmtes Pump-Motor-Paar |
0–max in beide Richtungen – Vorwärts-/Rückwärts-Steuerung |
280–420 bar je nach Seilbelastungsanforderungen |
Bagger-Ausleger/Arm/Schaufel – Positions- und Kraftsteuerung |
Offener variabler Kolbenpumpenkreislauf – lastabhängige Förderung |
Geschwindigkeit durch Durchfluss eingestellt; Kraft durch Druckbegrenzung festgelegt |
200–350 bar — Danfoss Serie 45 oder H1-Bereich |
Landmaschinen-Mähdrescher-Vorderwand – mehrfachaktuatorbasierte Durchflussverteilung |
Offener Regelkreis-Verstellpumpe — druckkompensiert oder lastgesteuert (LS) |
Durchfluss wird gleichzeitig auf mehrere Verbraucher verteilt |
180–280 bar — Effizienz steht im Vordergrund, nicht der Spitzen-Druck |
Industriepresse — Kraftverriegelung bei geringer Geschwindigkeit |
Offener Regelkreis-Verstellpumpe — druckkompensierter Betriebsmodus |
Nahezu Null-Geschwindigkeit bei vollständiger Schließkraft |
250–350 bar — volumetrische Effizienz ist entscheidend für die Kraftverriegelung |
Danfoss stellt sowohl Komponenten für hydrostatische Getriebe (90er-Serie und H1-Kreislauf) als auch variabel verstellbare Pumpen mit offenen Kreisläufen (Serie 45, 51/53) her — die Auswahl der richtigen Produktfamilie erfordert zunächst die Identifizierung der Schaltungsarchitektur. Der Einsatz einer hydrostatischen Pumpe mit geschlossenem Kreislauf in einer Anwendung mit offenem Kreislauf und Laststeuerung funktioniert zwar zunächst, führt aber im Vergleich zur korrekten Architektur zu einem Systemwirkungsgradverlust von 15–22 %. HOVOO führt Komponenten, die mit Danfoss kompatibel sind, und dichtungssets für beide Pumpenfamilien: hydrostatische sowie verstellbare Verdrängerpumpen. Referenzen unter hovooseal.com.
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