Neue Dichtungen erreichen ihre maximale Leistung nicht bereits im ersten Schlagzyklus – sie benötigen eine Einlaufphase, um sich an die Bohrung anzupassen und den dünnen, stabilen Ölfilm zu bilden, der ihre funktionelle Geometrie definiert. Schlagdichtungen durchlaufen ihre Einlaufphase typischerweise innerhalb von 15–25 Betriebsstunden: Die Lippenverbindung verformt sich mikroskopisch gegen die Oberflächenstruktur der Bohrung und füllt dabei die Täler des Oberflächenprofils mit einer Rauheit (Ra) von 0,4–0,8 µm, wodurch sich der Betriebsquerschnitt stabilisiert. Der Betrieb eines frisch abgedichteten Bohrgeräts unmittelbar mit vollem Schlagdruck und voller Eindringgeschwindigkeit während dieser ersten 15–25 Stunden erhöht den Einlaufverschleiß um 30–40 % gegenüber einem schrittweisen Einlaufprotokoll.
Das gestufte Einlaufprotokoll: Erste 8 Stunden bei 60–70 % des nominalen Schlagdrucks, wobei alle 2 Stunden auf sichtbares Ölauslaufen an der Dichtfläche geachtet wird. Zweite 8 Stunden bei 80–85 % des nominalen Drucks. Vollständiger Druck ab der 17. Stunde. Dies gilt für jeden einzelnen Bohrhammer nach einem Dichtungsaustausch – es handelt sich nicht um eine flottenweite Änderung des Betriebsplans. Die Kosten sind gering: Eine leichtere Bohrserie während der ersten beiden Schichten nach dem Austausch eines Dichtungssatzes; der Maschinist informiert den Schichtleiter über den Einlaufstatus, sodass die Erwartungen hinsichtlich der Eindringgeschwindigkeit entsprechend angepasst werden können. Der Nutzen besteht in einer um 8–12 % längeren Lebensdauer der Dichtung über das gesamte Austauschintervall.
Einlaufprotokoll nach Dichtungssatztyp
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Dichtungssatztyp |
Einlaufdauer |
Druckprotokoll |
Überwachungsmaßnahme |
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Kompletter Dichtungssatz für den Schlagkreislauf (Kolben + Führung + Stangendichtungen) |
15–25 Stunden |
0–8 Std. bei 60–70 % Druck; 9–17 Std. bei 80 %; ab der 17. Stunde voller Druck |
Alle 2 Stunden während der ersten 8 Stunden auf sichtbares Ölauslaufen an der Schlagabdeckung achten |
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Austausch nur der Abstreifdichtung (zwischen den kompletten Dichtungssatzwechseln) |
4–6 Stunden |
Normales Bohren sofort — Wischerdichtung ist niederdruckig |
Staboberfläche am Ende der ersten Schicht auf Kratzspuren überprüfen |
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Akkumulatordiaphragma-Austausch |
Keine Einlaufphase erforderlich — statische Dichtung |
N₂-Vorladung vor dem ersten Schlagwerkbetrieb innerhalb von 5 bar der Spezifikation überprüfen |
Vorladung nach 50 Betriebsstunden erneut prüfen — das Einsetzen des Diaphragmas kann zu einer geringfügigen Drift führen |
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Stabdichtung des Vorschubzylinders austauschen |
8–10 Stunden mit reduzierter Vorschubkraft |
Vorschubdruck für die ersten 8 Stunden auf 60 % reduzieren |
Staboberfläche am Ende der Einlaufphase auf Kratzspuren überprüfen |
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Vollständige Generalüberholung — alle Kreisläufe gleichzeitig |
25–30 Stunden gestufte Vollprotokoll-Durchführung |
60 % Druck in den Stunden 1–10; 80 % Druck in den Stunden 11–20; voller Druck ab Stunde 21 |
Ölprobe nach 30 Betriebsstunden zur Bestätigung der Sauberkeit — Verschleißpartikel erreichen während der Einlaufphase ihr Maximum |

Die Ölprobe nach 25–30 Betriebsstunden nach einer vollständigen Generalüberholung dient ebenso der Diagnose wie der Verifizierung — die Partikelanzahl bei dieser Probe zeigt an, ob die Zylinderlaufbuchsenoberfläche in gutem Zustand ist oder bereits bei der Montage grenzwertig war und beschleunigt Verschleißpartikel abgibt. HOVOO umfasst Dokumentation zum Einlaufprotokoll sowie Komplett-Dichtungssätze für Sandvik- und Atlas Copco-Bohrhammer. Referenzen unter hovooseal.com.
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