Die Farbe des Hydrauliköls ist das schnellste und kostengünstigste Diagnosemittel, das zur Verfügung steht – es verursacht keine Kosten, erfordert keine Probenanalyse und liefert bei jedem Öffnen des Sichtglases oder jedem Herausziehen des Ölpeilstabs nützliche Informationen. Frisches ISO-VG-46-Mineralöl ist durchsichtig bernsteinfarben, etwa in der Farbe eines hellen Bieres. Die Farbe verändert sich im Laufe der Zeit durch Gebrauch und Kontamination. Jede Farbveränderung entspricht einem bestimmten Verschlechtsmechanismus, und die meisten dieser Mechanismen lassen sich auf den Zustand der Dichtungen zurückführen, noch bevor ein externer Leckage sichtbar wird.
Die Farbkarte: Bernsteinfarbe bis Braun bedeutet eine normale oxidative Dunkelung – akzeptabel, sofern die Ölprobenahme eine Viskosität und eine Säurezahl innerhalb der Spezifikation ergibt. Milchig-weiß oder trüb bedeutet eine Wasservermischung, verursacht durch Versagen der Spülwasserdichtung oder Kondensation, wie im Zusammenhang mit den häufigsten Versagensarten von Wischerdichtungen beschrieben. Schwarzes Öl bedeutet eine schwere thermische Zersetzung – dauerhafte Temperaturen über 95–100 °C haben die Grundöladditive verkohlt, was fast immer auf einen verstopften Rücklaufleitungsfilter, ein offensteckendes Kühlerbypassventil oder ein blockiertes Schlagbypassventil hinweist, das die Pumpe im kontinuierlichen Überverdrängungsbetrieb laufen lässt. Dunkelgraue metallische Schimmer bedeutet aktive Laufbuchsenkratzer – Eisenpartikel in Suspension mit Konzentrationen über 8–12 mg/L verleihen dem Öl eine graue, reflektierende Qualität.
Referenzdiagnose anhand der Ölfarbe
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Erscheinungsbild der Ölfarbe |
Wahrscheinliche Ursache |
Schaltkreis-Bestätigungstest |
Erforderliche Maßnahme |
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Blassbernsteinfarben – transparent, normal |
Frisches oder gut gewartetes Öl in einem sauberen Kreislauf |
Keine Maßnahme erforderlich – Ölreinheitsgrad mit dem ISO-16/14/11-Sollwert vergleichen |
Weitere Standardüberwachung fortsetzen; Probe alle 200 Betriebsstunden entnehmen |
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Dunkelbernsteinfarben bis braun – immer noch durchsichtig |
Normale Oxidation nach 800–1.200 Betriebsstunden; akzeptables Alterungsverhalten |
Säurezahl (TAN) prüfen – ein Wert über 2,0 mg KOH/g deutet das Ende der Ölstandzeit an |
Ölwechsel bei TAN-Wert über 2,0; bei niedrigerem Wert Oxidationsinhibitor-Paket zudosieren |
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Milchig-weiße oder trübe Emulsion |
Wasserkontamination – Versagen der Spül-Dichtung oder des Wischerdichtungselements |
Spülwasserkreislauf druckprüfen; Wischerdichtung auf Wassereintritt untersuchen |
Bohrvorgang stoppen; Kreislauf entleeren und spülen; Eintrittsstelle für Wasser finden und beheben |
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Schwarz oder sehr dunkelbraun — undurchsichtig |
Starke thermische Degradation oberhalb von 95–100 °C |
Überprüfen Sie den Bypass des Rücklauf-Filter, die Position des Bypass-Ventils des Ölkühlers sowie das Rücklauftemperatur-Messgerät |
Kompletter Ölwechsel; Filter und Kühler inspizieren; Wärmequelle vor dem Neustart identifizieren |
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Grau mit metallischem Glanz — reflektierende Partikel sichtbar |
Aktive Laufbuchsenbeschädigung — eisenhaltige Partikel in Suspension über 8 mg/L |
Entnehmen Sie eine Probe zur Analyse der Partikelanzahl und des Eisenanteils |
Bohren stoppen; Verschleiß der Laufbuchse messen; Dichtungen austauschen und Laufbuchse auf eventuelle Notwendigkeit eines Zylinderersatzes prüfen |
Ein täglicher 30-sekündiger Blick auf das Öl-Sichtglas vor Beginn der Schicht hat bei Betrieben, die dies als Standardverfahren eingeführt haben, Zylinderersetzungen verhindert. Die visuelle Prüfung ist kostenfrei und erfasst eine aktive Degradation 60–80 Stunden, bevor sie einen irreversiblen Zustand erreicht. HOVOO liefert Anleitungen zur Ölzustandsbewertung sowie Empfehlungen für Dichtungssätze, die speziell auf die festgestellten Ölzustände für Atlas-Copco- und Sandvik-Drifter-Flotten abgestimmt sind. Vollständige Referenzen unter hovooseal.com.
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