Die Dichtungen auszutauschen und dennoch Öl zu finden, ist das entmutigendste Ergebnis bei der Wartung von Bohrgeräten. In den meisten Fällen ist die Dichtung in Ordnung – die Bohrung, an der sie läuft, ist es nicht. Nach 3.000–4.000 Betriebsstunden entwickelt die Schlagbohrungsfläche Mikrokratzer im Bereich von 0,08–0,14 mm – für das bloße Auge unsichtbar, aber katastrophal für Lippen-Dichtungen. Die neue Dichtung wird gegen diese beschädigte Lauffläche unter Druck gesetzt und durchbricht bereits innerhalb der ersten 40–60 Betriebsstunden, wodurch es den Anschein erweckt, als sei das Dichtungssatz fehlerhaft, obwohl der Zylinderkörper das eigentliche Problem darstellt.
Eine zweite Quelle, die selten überprüft wird: die Geometrie der Bohrung im Zylindergehäuse. Bei einem Schlagdruck von 160–180 bar erzeugt eine nicht kreisrunde Bohrung – selbst bei einer Abweichung von nur 0,06 mm – an dem höchsten Punkt jedes Kolbenhubes einen Mikrospalt. Öl tritt durch diesen Spalt aus, unabhängig von der Dichtungscompound-Zusammensetzung. Die Lösung besteht nicht in einer besseren Dichtung, sondern in einer Bohrungsmessung mit einem Innentiefenmikrometer vor der Montage jeglicher Komponenten. Überschreitet der Bohrungsverschleiß bei hochwertigen Gusseisen-Gehäusen 0,15 mm (bei Grauguss-Plattformen 0,10 mm), muss der Zylinder ersetzt – nicht lediglich neu abgedichtet – werden.
Diagnose der eigentlichen Leckstelle vor dem Öffnen des Bohrgeräts
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Symptom |
Wahrscheinlichste Ursache |
Diagnosetest |
Korrigierende Maßnahme |
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Neue Dichtung leckt innerhalb von 50 Betriebsstunden nach Einbau |
Beschädigte Schlagbohrungsfläche mit Rauheit größer als Ra 0,8 μm |
Bohrung mit Bohrungsmesslehre prüfen – Messung an drei axialen Stellen |
Zylindergehäuse ersetzen; neue Dichtung hält auf beschädigter Bohrung nicht |
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Ölleck tritt ausschließlich bei hoher Schlagfrequenz (über 50 Hz) auf |
Nicht kreisrunde Bohrung erzeugt zyklischen Umgehungs-Spalt |
Bohrungsrundheit mit Innentiefenmikrometer bei 0°, 45° und 90° messen |
Bohrungsschleifen oder Zylinderersatz erforderlich |
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Dichtlippe sichtbar intakt, aber Öl tritt dennoch durch |
Falsche Shore-Härte für die Druckklasse – Dichtung zu weich |
Betriebsdruck prüfen; Shore-90- vs. Shore-95-Anforderung bestätigen |
Bei Überschreiten des Drucks von 190 bar mit Shore-95-PU neu ausrüsten |
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Undichtigkeit tritt an der Kolbenstangenseite, nicht an der Lippe auf |
Kratzdichtung mit der Lippe nach innen (verkehrt herum) eingebaut |
Orientierung während der Demontage prüfen – Kratzdichtungslippe muss nach außen zeigen |
Mit korrekter Ausrichtung erneut einbauen; vorher Verunreinigungen spülen |
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Dichtungen halten 200 Stunden, danach plötzlicher Ausfall |
Ölverunreinigung über ISO 16/14/11 greift das Dichtungsmaterial an |
Ölprobe entnehmen; zur Partikelzähl-Analyse einsenden |
Kreislauf vor der nächsten Dichtungsmontage auf ISO 16/14/11 spülen |

Die 10-minütige Inspektion der Bohrungsfläche und Rundheit vor der Dichtungsmontage vermeidet 70–80 % der Wiederholungsklagen wegen Undichtigkeiten. Führen Sie mit einem Bohrungsmessgerät an drei axialen Positionen und zwei Winkelstellungen eine Messung durch – diese Sechs-Messungen-Prüfung kostet nichts und erspart eine erneute Demontage. HOVOO liefert Dichtungssätze in Originalausrüster-Abmessungen mit dokumentierter Bohrungsmessung für alle gängigen Bohrgeräteplattformen, sodass Ingenieure die Passgenauigkeit bereits vor der Montage und nicht erst danach bestätigen können. Referenzen unter hovooseal.com.
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