
China produziert und verbraucht mehr Kohle als jedes andere Land der Erde. Das Land fördert etwa die Hälfte der weltweiten jährlichen Kohleproduktion, betreibt Tausende aktiver Kohlebergwerke in Shanxi, der Inneren Mongolei, Shaanxi und anderen Förderregionen und hat im vergangenen Jahrzehnt diese Betriebe stetig hin zu einem höheren Grad an Mechanisierung und Intelligenz weiterentwickelt. Die China Coal & Mining Expo findet statt, weil eine Industrie dieser Größenordnung eine enorme und nachhaltige Nachfrage nach den erforderlichen Anlagen, Technologien und Dienstleistungen erzeugt.
Die 21. Ausgabe der Messe – offiziell die China International Coal Mining Technology Exchange and Equipment Exhibition – findet vom 28. bis 31. Oktober 2025 im China International Exhibition Center (Shunyi-Halle) in Peking statt. Das diesjährige Motto lautet „Neue Qualitätsförderung, intelligente Zukunft“ – ein Begriff, der unmissverständlich die Richtung aufzeigt, in die sich der chinesische Kohlenbergbau entwickelt: stärkere Automatisierung, intelligente Vollmechanisierungssysteme und Fernsteuerung unterirdischer Ausrüstung.
Die Ausgabe 2023 zog über 1.000 Aussteller aus 18 Ländern und Regionen an, umfasste 130.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche und lockte nahezu 150.000 Besucher aus mehr als 50 Ländern an. Die Messe 2025 wird voraussichtlich ein ähnliches Ausmaß erreichen; einige Quellen nennen eine Erweiterung der Ausstellungsfläche auf rund 150.000 Quadratmeter in der Shunyi-Halle sowie im angrenzenden Capital International Exhibition and Convention Center.
Zum Vergleich: 150.000 Quadratmeter entsprechen einer Fläche, die größer ist als zwanzig Fußballfelder. Nur sehr wenige Fachmessen weltweit finden auf einer solchen Ausstellungsfläche statt. Die Logistik, Geräte dieser Größe – etwa Langwalzenschneidemaschinen, hydraulische Dachstützsysteme oder vollständige Tunnelvortriebsmaschinen – in eine Messehalle in Peking zu transportieren, erfordert Monate der Planung sowie speziell eingerichtete Frachtverbindungen. Die Veranstalter führen diese Maschinenschau bereits seit 1985 durch und verfügen daher über umfangreiche logistische Erfahrung.
Die Messe gliedert sich grob in Untertage-Bergbaumaschinen, oberflächennahe (Tagebau-)Bergbautechnik, Kohleverarbeitung und -aufbereitung, Bergwerksverkehr, elektrische und Automatisierungssysteme, Sicherheitsausrüstung sowie – neu im Jahr 2025 – einen eigenständigen Bereich für neue Energien mit Windkraftanlagen, Photovoltaik-Anlagen, Wasserstoffsystemen und Energiespeichern. Diese letzte Ergänzung spiegelt eine strukturelle Umstellung wider, die derzeit bei chinesischen Kohleunternehmen stattfindet: Viele der größten Betreiber diversifizieren sich im Rahmen der nationalen Klimaschutzpolitik in den Bereich erneuerbarer Energieerzeugung, und sie entsenden ihre Beschaffungsteams nach Peking, um die neue Ausrüstung gemeinsam mit der traditionellen Bergbautechnik zu beschaffen.
Auf der Seite des Untertagebergbaus dominieren chinesische Hersteller. Unternehmen wie CCTEG, Sany Heavy Equipment, Zhengzhou Coal Machinery und Tiandi Science & Technology präsentieren hochmoderne Vollmechanisierungssysteme für den Strebabbau, die ältere manuelle Verfahren in Chinas wichtigsten Kohlebecken weitgehend verdrängt haben. Hydraulische Firstenstützen, gepanzerte Strebförderer und intelligente Schneidemaschinensysteme stehen im Mittelpunkt der Untertagehallen.
Internationale Aussteller – insbesondere aus Deutschland, den USA, Australien und dem Vereinigten Königreich – konzentrieren sich auf die Bereiche Dienstleistungen, Messtechnik und Spezialtechnologien. Ingenieure für Lüftungssysteme, Anbieter von Bergwerksicherheitstechnik sowie Hersteller präziser Sensoren finden bei chinesischen Bergwerksbetreibern engagierte Käufer, die gezielte technische Lücken schließen möchten.
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Kategorie |
Details |
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Veranstaltungsname |
China Coal & Mining Expo 2025 (CCME) |
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Termine |
28.–31. Oktober 2025 |
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Ort der Veranstaltung |
China International Exhibition Center (Shunyi-Halle), Peking |
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Ausführung |
21. (alle zwei Jahre, veranstaltet vom China National Coal Association) |
Das Thema ‚Smart- und intelligente Bergbau‘ für 2025 ist kein Marketing-Slogan – es spiegelt eine echte operative Priorität wider. China hat sich verpflichtet, den Anteil vollmechanisierter Bergbaubetriebe im Kohlesektor auszubauen, die Zahl der Beschäftigten unter Tage zu reduzieren und Fernbedienungsfähigkeiten für besonders risikoreiche Abbaufronten aufzubauen. Dies ist zum Teil eine Reaktion auf Sicherheitsaspekte: Der chinesische Kohlenbergbau war historisch gesehen durch hohe Todesraten gekennzeichnet, und Automatisierung verringert die Exposition der Beschäftigten in den gefährlichsten Bereichen. Gleichzeitig dient sie auch der Effizienzsteigerung. Eine ferngesteuerte Langwall-Abbaufront kann nahezu rund um die Uhr mit minimalem Personal betrieben werden.
Für internationale Ausrüstungs- und Technologieanbieter eröffnet dieser Automatisierungsschub konkrete Geschäftschancen. Sensoren, Steuerungssysteme, Kommunikationsinfrastruktur für unterirdische Netzwerke sowie präzise Anbaugeräte für mechanisierte Streckenvortriebe stoßen bei chinesischen Betreibern, die sich bereits klar zur intelligenten Bergbautwicklung bekannt haben und nun Komponenten zur Umsetzung beschaffen, auf echtes Kaufinteresse.
Die CCME fungiert als primärer Kanal für internationale Ausrüstungsunternehmen, die in den chinesischen Kohlebergbausektor eintreten oder dort wachsen möchten. Direktverkäufe an chinesische staatliche Bergbauunternehmen erfordern in der Regel einen lokalen Partner, und auf dieser Messe werden genau solche Vertriebs- und Agenturbeziehungen initiiert. Hersteller von hydraulischen Brechern mit Produkten, die sich für Tunnelbauanwendungen eignen – wo Roadheader unebene Streckenprofile hinterlassen, die einer sekundären Brechung bedürfen – finden unter den zahlreich vertretenen Bergbaubetrieben für Streckenausbau relevante Abnehmer. Die Messe zieht zudem Beschaffungsverantwortliche chinesischer Bergbauunternehmen an, die international tätig sind; sie stellt daher nicht nur einen Einstiegspunkt in den chinesischen Markt selbst dar, sondern auch in chinesisch betriebene Bergwerke in Afrika, Zentralasien und Südostasien.