Undichte Steuerventildichtungen verhalten sich anders als Leckagen am Schlagbohrrohr – sie treten am falschen Ort zur falschen Zeit auf. Eine Leckage am Schlagbohrrohr tritt während des Bohrens unter Last auf. Eine Leckage an der Steuerventildichtung tritt typischerweise im Leerlauf oder während des Bruchteils einer Sekunde beim Übergang zwischen Schlag- und Drehbetrieb auf, denn genau dann bewegt sich die Ventilspule durch die Position, an der sich die abgenutzte Dichtung befindet. Dieses zeitliche Muster – Leckage beim Spulenwechsel, nicht während des konstanten Schlagbetriebs – ist der entscheidende diagnostische Hinweis, den die meisten Wartungsanleitungen übersehen.
Der physische Standort des Bypasses ist ebenfalls entscheidend. Abgenutzte Steuerventildichtungen führen zu internem Leckagen – Öl strömt vom Hochdruckanschluss zum Rücklaufanschluss, ohne mechanische Arbeit zu verrichten. Der externe Ölstand sinkt um 1,5–3 L pro 8-Stunden-Schicht, ohne dass eine sichtbare äußere Leckage erkennbar ist, und das System läuft heißer als normal, weil das umgeleitete Öl durch die abgenutzte Dichtungslücke gedrosselt wird und dabei den Druckunterschied von 12–18 bar in Wärme umwandelt. Ein Drifter, der bei gleicher Anlage („jumbo“) um 6 °C heißer läuft als seine Schaltkreis-Partner und bei dem sich die Ölstände vergleichbar schneller senken, weist bis zum Beweis des Gegenteils ein Problem mit der Steuerventildichtung auf.
Diagnoseablauf für Steuerventildichtungen
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Prüfschritt |
Methode |
Erwartetes Ergebnis (funktionsfähig) |
Hinweis auf Dichtungsversagen |
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Schritt 1: Schaltkreis isolieren |
Schlagkreis blockieren; nur Drehbewegung bei vollem Druck betreiben |
Kein Ölverlust, stabiler Druck am Drehdruckmanometer |
Druckabfall oder Ölverlust ausschließlich während der Drehbewegung = Verdacht auf defekte Drehventildichtung |
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Schritt 2: Druckhalteprüfung |
Schlagkreis auf 175 bar drücken; Pumpe abschalten; 60 Sekunden beobachten |
Druck bleibt innerhalb von 3 bar über 60 Sekunden stabil |
Druckabfall von mehr als 8 bar innerhalb von 60 Sekunden = interner Bypass bestätigt |
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Schritt 3: Spulenpositionstest |
Ventilspule bei Druck langsam manuell betätigen (Niederdruck, 40 bar) |
Glatte Spulenbewegung, kein Ölaustritt in keiner Position |
Ölaustritt an einer bestimmten Spulenposition weist auf abgenutzte Dichtfläche hin |
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Schritt 4: Öltemperatur-Mapping |
Rücklauftemperaturen der einzelnen Kreise an Mehrarmmaschinen vergleichen |
Kreise weisen unter gleicher Last eine Temperaturdifferenz von maximal 4 °C auf |
Ein Kreislauf um 8 °C heißer = interner Bypass am Regelventil dieses Kreislaufs |
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Schritt 5: Durchflussmesserprüfung |
Pumpenleistung im Vergleich zum gemessenen Kreislaufdurchfluss am Schlagwerk-Einlass messen |
Differenz unter 3 L/min |
Differenz über 7 L/min bestätigt das Volumen des internen Bypasses |
Der interne Bypass verschwendet 8–15 % der Pumpenleistung pro defektem Dichtungssatz, wodurch Kraftstoff verbrannt wird, um Wärme statt Schlagenergie zu erzeugen. Bei einem Dreimast-Jumbo mit dreischichtigem Betrieb addiert sich diese Ineffizienz innerhalb einer Woche zu messbaren Energiekosten. HOVOO liefert Dichtungssätze für Regelventile von DD2710- und DT1131-Jumbos inklusive Messdaten zum Spulen-Spiel. Vollständige Spezifikationen unter hovooseal.com.
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