Die Dichtungen signalisieren ihren Zustand über drei weitere Systeme, noch bevor Öl nach außen austritt. Erstes Signal: Abfall des Schlagdrucks. Ein intaktes Bohrgerät, das mit 160–175 bar betrieben wird, zeigt am Manometer des Schlagkreises eine stabile Druckanzeige. Wenn die Dichtungen intern beginnen, zu lecken, sinkt dieser Wert während kontinuierlichen Bohrens – nicht im Leerlauf – um 8–12 bar ab. Dieser Abfall ist das „Signal“ der Dichtungen; die meisten Bediener interpretieren ihn jedoch fälschlicherweise als Problem der Pumpe statt als Dichtungsproblem.
Zweites Signal: Steigende Hydrauliköltemperatur ohne Laständerung. Wenn die Dichtungsleckage zunimmt, zirkuliert die Hydraulikflüssigkeit erneut durch die Drosselstelle zwischen der abgenutzten Dichtlippe und der Bohrungsfläche. Diese Drosselung wandelt Druckenergie in Wärme um – typischerweise um 5–8 °C Erwärmung der Rücklauföltemperatur pro Millimeter Rückzug der Dichtlippe. Bei einem Bohrgerät mit normaler Betriebstemperatur von 78 °C ist ein anhaltender Anstieg auf 85–88 °C bei unveränderter Umgebungstemperatur oder Bohrtiefe ein zuverlässiger Hinweis auf Dichtungsverschleiß. Drittes Signal: Abfall der Vortriebsgeschwindigkeit bei gleichbleibendem Luftdruck und gleicher Wasserdurchflussmenge.
Tabelle für Dichtungsverschleiß-Signalschwellen
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Warnsignal |
Normalbereich |
Frühzeitige Verschleißschwelle |
Unverzüglich ersetzen, falls |
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Schlagkreisdruck während des Bohrens |
160–175 bar konstant |
Abfall von 8–12 bar über 20 Minuten hinweg |
Abfall größer als 15 bar oder Druck instabil |
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Hydraulik-Rücklauföltemperatur |
70–78 °C im stationären Zustand |
Anstieg auf 82–86 °C ohne Änderung der Umgebungsbedingungen oder Last |
Dauerhafter Wert über 88 °C für mehr als 30 Minuten |
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Eindringgeschwindigkeit in konsistenter Formation |
Grundgeschwindigkeit je Formation festgelegt |
Rückgang um 10–15 % bei derselben Formationstyp |
Rückgang über 20 % — Zylinderlaufbuchsenbeschädigung wahrscheinlich |
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Ölstandssenkung im Hydrauliktank |
Stabiler Stand zwischen wöchentlichen Kontrollen |
Stand sinkt um 2–4 L pro 50-Stunden-Intervall |
Füllstand fällt um mehr als 6 L — Versagen der externen Dichtung |
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Ölklarheit am Sichtglas |
Bernsteinfarben/klar, keine sichtbaren Partikel |
Leichte Dunkelung oder Trübung tritt auf |
Milchig, schaumig oder deutlich dunkel — sofort stoppen |
Die wertvollste Wartungsmaßnahme ist kein geplanter Zerlegungsvorgang, sondern eine fünfminütige Druck- und Temperaturkontrolle zu Beginn jeder Schicht. Trends sind wichtiger als Einzelmesswerte. Ein Schlagdruck, der über drei aufeinanderfolgende Schichten hinweg um 4 bar gesunken ist, liefert Ihnen mehr Informationen als ein einmaliger Abfall um 12 bar. HOVOO liefert Dichtungskits für Atlas Copco- und Sandvik-Bohrgeräte inklusive Montageanleitungen mit Referenzwerten für die Betriebsparameter. Weitere Informationen unter hovooseal.com.
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